Facebox
Sofia Bempeza/ Steffen Krüger/ Anja Sommer/ Can Sungu/
Jörg Niewöhner/ Wolf Lindstrot


Die Facebox macht die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, aber auch die Kommunikation anderer Menschen untereinander über Einordnungen und Bezeichnungen zum Thema. Über was sprechen wir, wenn wir Worte wie: dick, übergewicht, korpulent, fett oder dünn, spindeldürr, mager in Bezug auf menschliche Körper verwenden? Was wird als normal, zu dick oder zu dünn empfunden? Welche Idealkörper streben die Menschen an? Definiert sich eine größere Menge der Besucher vielleicht als zu dünn?

Unserer Auffassung nach könnten Abbildungen eines Menschen, eine Abbildung seines Körpers, anders als Worte, die von Menschen vielfältig interpretiert und verstanden werden, eine verbindlichere Grundlage sein, um zu klären was Menschen meinen, wenn sie „zu dick“ sagen.

Die Facebox ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Disziplinen Ethnologie, Informatik Kunst und Medizin. Ähnlich wie ein Sofortbildautomat nimmt sie auf Wunsch Portraitfotos der Besucher auf. In einem aufwendigen Animationsprogramm können die Besucher ihr Gesicht verändern – es dicker oder dünner machen. Die Besucher werden anschließend durch das Programm geleitet und ordnen Bezeichnungen wie: zu dick, normal, ideal usw. den, im Programm erstellten, Bildern ihres eigenen Gesichtes zu.

Die Facebox stellt kein Werkzeug für empirische Erhebungen dar. Statt Worte dienen bei der Facebox die Bilder zum Vergleich von Bezeichnungen.
Für das Experiment in der Ausstellung beschränkt sich Facebox auf das Gesicht. Es ist aber in der Fortführung möglich ein ähnliches Programm für den gesamten Körper zu schreiben.