Fettes Archiv
Sofia Bempeza/ Steffen Krüger/ Anja Sommer

Fettes Archiv besteht aus sieben verschiedenen Regalen, auf denen ausgewählte Texte zum Thema dicker Mensch, Fettleibigkeit, Unmäßigkeit in sieben unterschiedlichen Themenbereichen wie z.B.: Gesundheit, Normalität, Schönheit in verschieden farbigen Ordnern sortiert wurden. Wir teilen unsere Recherchearbeit, unsere Standpunkte mit den Besuchern in der Form, das wir die Texte vervielfältigen und zum Mitnehmen bereitstellen. Diese Standpunkte und Ergebnisse können durch die Besucher erweitert werden, indem sie sie für sich bearbeiten.
An der Wand um die Regale herum kann der Besucher Wortassoziationsketten lesen, die die Themen der Regale weiter ausführen. Diese Begriffe setzen sich zusammen aus sozialen Kategorien, aber auch dem Wortlauten der Werbungen für Diäten oder den der Krankenkassen, typologischen Zusammenhänge, sowie Assoziationen zu den einzelnen Kategorien. So umringt das Regal zum Thema Gesundheit Wortassoziationsketten wie: Dickmacher, zu fett, hässlich, Einsamkeit, ungesund, verbrennen, Kalorien, Gramm, zu dick, Kilo, Obst, Kinder, angeboren.
Im Archiv finden sich sowohl Textbeigaben der Projektgruppe, Ethnologen, Ärzte; als auch der Künstlergruppe. Durch das Wort-mapping an der Wand wird deutlich, wie die einzelnen Themen auch untrennbar miteinander verbunden sind. Die Besucher und Besucherinnen können selbst assoziieren, welche inhaltlichen Fortführungen sich noch ergeben können.Vereinzelt bieten die Ordner keine Hefter mit Texten oder Broschüren, sondern kleine Irritationen, die das Stöbern und Lesen im Archiv reizvoll machen sollen. Ein Ordner mit zum Thema Eigenverantwortung enthält nur einen Spiegel. Ein zweiter lässt sich nicht vom Regal nehmen, weil er zu fettig ist und die Finger immer wieder an ihm abgleiten oder der Besucher sich schlicht ekelt.