Fleisch!
Sofia Bempeza


Der Esstisch, ist neben der schon beschriebenen Tischdecke auch mit weißem Geschirr eingedeckt. Wenn sich der Besucher zum Essen an den Tisch setzt, findet er im tiefen Essteller jedoch keine Speisen, sondern eine Computeranimation von einzelnen Wörtern.In unterschiedlichem Takt werden vor schwarzem Hintergrund Zwiegesprächsfetzen, innere Monologe, Anklagen oder Selbstanklagen im Teller eingeblendet: Dicksein! – Fleisch! - Bis zum bitteren Ende! Schlanksein! In Form einer rhythmisierten Wortfolge blendet sich mit diesen Worten im Teller ein kollektiver gekennzeichneter Monolog ein, der auf Implikationen, Normvorstellungen und Abnormen verweist. Im bewegten Text tauchen ebenso Widersprüche auf, die sich auf die Absurdität dieses Monologes beziehen.
Der Betrachter liest die Gedanken einer fiktiven Person, die zweifelt, ob sie essen soll, kann, muss, möchte oder darf; so als ob man seine Gedanken, Zwänge und Ängste vor sich hin sprechen würde und immerzu wiederholt. Es bleibt letztlich unklar, ob der Körper der fiktiven Person wirklich dick, dünn oder normal ist.